Irak
Offizieller Ländername: Republik Irak (Al-Jumhuriya Al-Iraqiyya)
Geographische Lage: Am nordöstlichen Rand der arabischen Halbinsel, nördlich des Persischen Golfes. Von Nord nach Süd beträgt die größte Ausdehnung des Territoriums fast 1.200 km und von West nach Ost etwa 500 km. Irak hat eine Seegrenze von nur 60 km, aber Landgrenzen von 3.719 km. Die Nachbarstaaten Iraks sind: im Norden die Türkei (305 km Grenze), im Osten Iran (1.515 km), im Westen Syrien (603 km) und Jordanien (147 km) und im Süden Kuwait (254 km) und Saudi-Arabien (895 km).
Landesfläche: Die Fläche Iraks beträgt 437.393 qkm.
Die autonome Region Kurdistan-Irak besteht aus der Provinz Dahuk, dem Großteil der Provinz Sulaymaniya, etwa der Hälfte der Provinz Arbil sowie kleinen Teilen der Provinzen Ninawa, Tamim und Diyala; sie hat eine Fläche von 36.347 qkm.
Hauptstadt: Bagdad (ca. 7 Millionen Einwohner)
Bevölkerung: Etwa 27 Millionen. Ca. 70% der Bevölkerung wohnen in den Städten. Am dichtesten ist die Besiedlung in den zentralen Provinzen Bagdad und Babil. In den westlichen Wüstenprovinzen ist die Bevölkerungsdichte hingegen sehr niedrig (4 - 5 Einwohner pro qkm).
Bevölkerungsgruppen: ca. 80 % Araber, 17 % Kurden. Minderheiten: Turkmenen, Assyrer, Armenier und andere Nationalitäten.
Etwa 2,2 Millionen Iraker sind vor den bürgerkriegsähnlichen Unruhen im Land ins Ausland (v.a. Syrien, Jordanien) geflohen; hinzu kommen ca. 2 Millionen Binnenvertriebene.
Landessprachen: Arabisch, Kurdisch
Geschäftssprachen: Arabisch, Englisch
Hauptnationalfeiertag (vorläufig): 3. Oktober
Unabhängigkeit: 3. Oktober 1932 (Aufnahme in den Völkerbund und Aufhebung des britischen Mandats)
Staats-/Regierungsform: Parlamentarische Republik
Mitgliedschaft in intern. Organisationen: Vereinte Nationen, Arabische Liga, Islamische Konferenz, Bewegung der Blockfreien (zur Zeit eingeschränkte Mitwirkung)
Währung
Bezeichnung: Irakische Dinar
Wechselkurs: 1 Euro = circa 1.662 Irakische Dinar (ID); 1 US$ = circa 1.235 ID
Wirtschaftslage
Bruttoinlandsprodukt (nominal):
Mrd. US$: 2006: 50,4
Bruttoinlandsprodukt (Veränderung in %, real): 2006: +3,0
Für 2006 wurden die Importe aus Irak mit 13,5 Millionen Euro beziffert, die Ausfuhren mit 368,4 Millionen Euro. Die Öleinfuhren aus Irak betrugen von Februar 2006 bis Februar 2007 ca. 66.000 Tonnen Rohöl. Dies entspricht einem Anteil von 0,05 Prozent der deutschen Rohölimporte; Irak nimmt damit Rang 26 der Rohöllieferländer ein.
Einheitlich verifizierbare Daten zur Wirtschaftlage liegen nicht vor. Gemäß irakischen Quellen, auf die sich der Internationale Währungsfonds (IWF) bezieht, betrug das BIP 2006 ca. 50,9 Milliarden US-Dollar (pro Kopf 1.771 US-Dollar), das reale Wirtschaftswachstum lag bei 3,0 Prozent. Die Arbeitslosigkeit betrug Schätzungen zufolge zwischen 28 Prozent und 50 Prozent. Die Inflationsrate lag im Jahr 2006 bei über 60 Prozent; sie fiel im Mai 2007 auf 38 Prozent.
Die Vorkriegsstruktur des BIP stellte sich nach irakischen Angaben wie folgt dar: Ölwirtschaft 45 %, Landwirtschaft 20 %, Industrie 7 %, Dienstleistungen 28 %. Der Irak verfügt nach Angaben der Internationalen Energieagentur mit geschätzten 115 Milliarden Barrel über die zweitgrößten gesicherten Ölreserven weltweit.
Wie kein anderes erdölexportierendes Land ist Irak von den Einnahmen aus dem Ölexport abhängig. Mit rund 98% ist der Rohstoff das einzige nennenswerte Ausfuhrprodukt des Zweistromlandes. Der Wert der Erdölexporte betrug 2006 nach IWF-Schätzung 29,4 Milliarden $. Die unausgewogene Struktur der Ausfuhren dürfte sich erst mittelfristig ändern lassen, da auch die jüngste Industrieinitiative vorrangig auf den Binnenmarkt zielt. Das zweitwichtigste Exportprodukt sind Datteln.
Wichtigste Zielländer der irakischen Ausfuhren waren 2005 die USA, die etwa 40 % der Exportgüter des Zweistromlandes abnahmen, gefolgt von Italien, Spanien, Kanada und Südkorea. Der größte Teil des Rohöls wird über die Häfen Südiraks verladen, da die Pipelines zum Mittelmeer immer wieder wegen Beschädigungen außer Betrieb sind. Aufgrund der zu geringen Raffineriekapazität muss Irak einen großen Teil der im Land benötigten Brennstoffe (Diesel, Kerosin, Flüssiggas) einführen. Hauptlieferländer sind die Türkei und Iran, der Transport erfolgt überwiegend auf der Straße.
Der Wert der gesamten Importe Iraks betrug 2006 nach IWF-Schätzung 29,7 Milliarden $. Wichtige Lieferländer sind neben der Türkei und Iran die USA, die VR China sowie die Nachbarländer Syrien, Jordanien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). In den Statistiken der Nachbarstaaten sind allerdings auch Re-Exporte enthalten, also Güter aus Drittstaaten, die über die regionalen Drehkreuze wie Dubai nach Irak verschifft werden.

