Verhalten im Ausland/Interkulturelle Kommunikation
Die Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation ist eine Schlüsselqualifikation für Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, auch in bislang eher regional bzw. national ausgerichteten kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Wenn deutsche Firmen ihre Mitarbeiter für Auslandseinsätze vorbereiten, dann wird der Schwerpunkt vornehmlich auf die Verbesserung der Sprachkenntnisse, die Perfektionierung technischer, sachlicher Punkte und Fähigkeiten gelegt. Erst dann wird - wenn überhaupt - an die sonstigen Fähigkeiten gedacht, die jedoch für den Geschäftserfolg in einer anderen kulturellen Welt mit anderen Regeln und Empfindlichkeiten entscheidend sein können.
Aber selbst ein Training zur Entwicklung der Business Communication Skills beispielsweise enthält in der sachorientierten deutschen Kultur als Schwerpunkt hauptsächlich den Aufbau fremdsprachlicher Fähigkeiten, die dem Teilnehmer helfen sollen, seine berufliche Kompetenz, sein Know-how und die Daten und Fakten seines Projektes im Ausland erfolgreich zu vermitteln. Neben den Hard Facts des geschäftlichen Projektes werden die Soft Skills oft vernachlässigt.
Hierzu gehören die Cultural Awareness, d.h. vertiefte Kenntnisse in Geschichte und Politik, Wissen über die kulturspezifischen Regeln und Rituale der Begrüßung, eines Vortrages, der eigentlichen Verhandlung, eines gemeinsamen Geschäftessens, Kenntnisse über Religion und Ethik des Landes sowie Kommunikations- und Mediationstechniken für konfliktgeladene interkulturelle Situationen.
Oft vertrauen die Unternehmen bei der Entsendung von Mitarbeitern oder bei Geschäftsverhandlungen mit ausländischen Partnern auf das bewährte Konzept Learning by Doing. Leider funktioniert dies im Bereich der interkulturellen Kommunikation nicht immer und manch lukrative Geschäftsanbahnung - dies wurde von NRW-Unternehmen vielfach bestätigt - scheiterte an dem Fehlen dieser kultursensitiven Fähigkeiten, so dass andere besser vorbereitete internationale Konkurrenten zum Zuge kamen.
Interkulturelle Kommunikation ist auch nicht auf eine Liste mit Verhaltensregeln zu reduzieren, die im Ausland als Checkliste schematisch ihre praktische Anwendung finden.
Ohne ein grundlegendes Verständnis, eine Offenheit und Toleranz dafür, dass verschiedene Kulturen über die gleichen Dinge auf verschiedene Weise denken, und wie diese Unterschiede unmittelbar das kommunikative Verhalten mit anderen beeinflussen, werden auch die längsten Checklisten ihre erhoffte Wirkung entfalten.
Für Ausländer wirken Geschäftsbeziehungen mit Deutschen eher formal und sachlich orientiert, im Vordergrund stehen das technische Know-how, die Daten und Fakten des Projekts und die Kompetenz es umzusetzen.
In südamerikanischen, asiatischen, südeuropäischen und arabischen Ländern gilt der Grundsatz Business ist personal, d.h. eine Geschäftsbeziehung ist eine persönliche Beziehung, die aufgebaut und entwickelt werden muss.
Grundlagen "Interkultureller Kommunikation"
Globalisierung und Internationalisierung sind Realitäten einer sich durch den informationstechnologischen Fortschritt stetig verändernden Welt geworden. Interkulturelle Kompetenz ist eine Schlüsselqualifikation für Führungskräfte in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, auch in bislang eher regional bzw. national ausgerichteten mittelständischen Unternehmen.
Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V.
Viele hilfreiche Broschüren zum Thema „Verhalten im Ausland“ werden von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. bereitgestellt: LGH – Rubrik Publikationen → Außenwirtschaft

