Presseinfo vom 28.04.2009 Außenwirtschaftsbericht 2008: Nordrhein-Westfalen behauptet sich als Exportland Nummer Eins - Interesse des Mittelstands an Außenwirtschaftsförderung stark gestiegen

Trotz des schwierigen weltwirtschaftlichen Umfelds konnte sich Nordrhein-Westfalen als führendes Export- und Importland behaupten. Dies geht aus dem Außenwirtschaftsbericht Nordrhein-Westfalen 2008 hervor, der im Rahmen der Veranstaltung "Außenwirtschaftsförderung 2009 – Aktuelle Herausforderungen und Perspektiven" anlässlich des zweijährigen Bestehens von NRW.International vorgestellt wurde.

Demnach belief sich das Außenhandelsvolumen des größten Bundeslandes 2008 auf 361,6 Milliarden Euro, ein Plus von 2 Prozent gegenüber 2007. Dies entspricht einem Anteil von 19,9 Prozent am Gesamthandel der Bundesrepublik Deutschland.

Nordrhein-westfälische Unternehmen exportierten 2008 Waren im Wert von 172 Milliarden Euro. Damit erzielten sie selbst in diesem krisengeprägten Jahr noch ein Volumen, das erheblich – nämlich um 7,4 Prozent – über der Bilanz des Jahres 2006 lag. Im Vergleich zum Rekordjahr 2007 ging der Export allerdings um 1,4 Prozent zurück. Damit wurden 2008 erstmals seit zehn Jahren weniger Waren exportiert als im Vorjahr. Mit einem Anteil von 17,3 Prozent an der Gesamtausfuhr behauptete das Land an Rhein und Ruhr seine Spitzenposition als führender Exportstandort Deutschlands.

Nordrhein-Westfalen ist nicht nur eine der größten Beschaffungsregionen Europas, sondern auch einer der größten Absatzmärkte für Unternehmen rund um den Globus. So konnte auch 2008 wieder ein beachtlicher Zuwachs von 5,3 Prozent bei den Importen verbucht werden. Das Volumen an Einfuhren stieg auf 189,6 Milliarden Euro, dies entspricht einem Anteil von 23 Prozent am deutschen Gesamtimport.

Im Mittelpunkt der gestrigen Veranstaltung standen die Ergebnisse der Außenwirtschaftsförderung des Landes nach deren Umstrukturierung vor zwei Jahren. Auch wenn sich der Außenhandel Nordrhein-Westfalens 2008 mit leicht abgeschwächtem Wachstum zeigte – das Interesse der nordrhein-westfälischen Unternehmen am Angebot der Außenwirtschaftsförderung war in diesem krisengeschüttelten Jahr ungebrochen. Obwohl das wirtschaftliche Klima in der zweiten Jahreshälfte 2008 bereits schwieriger wurde, stieg die Zahl der Unternehmen, die an Messen, Delegationsreisen oder Kooperationsbörsen und Fachsymposien teilnahmen, um 22 Prozent. Insgesamt 660 Unternehmen nutzten die 62 Veranstaltungen, die NRW.International gemeinsam mit ihren Partnern aus Kammern und Verbänden anbot – ebenfalls ein Plus von 22 Prozent.

"Allerdings finden die traditionellen Instrumente der Außenwirtschaftsförderung mit Unternehmerreisen und Messebeteiligungen in der aktuellen Situation, in der Reise- und Messebudgets in Unternehmen nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden, weniger Anklang. Dagegen liegt das Interesse an der Kleingruppenförderung deutlich über den Anmeldungen im 1. Quartal 2008", berichtet Almut Schmitz, Geschäftsführerin von NRW.International. Dies bestätige den Trend nach kleineren, vor allem aber flexibleren Möglichkeiten der Erschließung ausländischer Märkte. "Damit Projekte nicht an Kosten scheitern müssen, sind wir ganz aktuell dabei, gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium und unseren Partnern aus der Wirtschaft, flexiblere Instrumente zu entwickeln. Fact-finding-Reisen oder die Beteiligung an internationalen Fachsymposien könnten Beispiele hierfür sein", so Schmitz weiter.

Neue, am aktuellen Bedarf der Unternehmen ausgerichtete Instrumente zu entwickeln ist daher auch das Ziel von NRW.International im Jahr 2009. Mit der Überzeugung, dass der Staat nicht der bessere Unternehmer sei, wurde die Gesellschaft 2007 ins Leben gerufen. Sie sollte einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, staatliches Handeln und wirtschaftliche Interessen zu verbinden und bedarfsgerecht aufeinander abzustimmen. Dass dieses Vorhaben gelungen ist, unterstrich die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben auf der Veranstaltung gestern Abend: "Mit der Gründung von NRW.International haben wir vor zwei Jahren den richtigen Weg eingeschlagen. Die Außenwirtschaftsförderung ist wirtschaftsnäher, transparenter und effizienter geworden. Mehr Unternehmen haben an den Projekten teilgenommen und eine Chance erhalten, neue Geschäftskontakte anzubahnen." Thoben lud die anwesenden Unternehmer ein, sie auf die für Herbst 2009 geplanten Delegationsreisen "NRW goes to Russia" und "NRW goes to Latin-America" zu begleiten. Beides durchaus interessante Märkte – so stiegen die Exporte aus Nordrhein-Westfalen nach Brasilien 2008 um fast 24 Prozent. Der Zuwachs im Export nach Russland war nicht mehr zweistellig wie in den früheren Jahren. Es wurde aber immer noch knapp 9 Prozent mehr exportiert als 2007.


Der ausführliche Bericht "Außenwirtschaft kompakt – Analysen – Projekte – Perspektiven – Außenwirtschaftsförderung Nordrhein-Westfalen 2008" kann angefordert werden bei

NRW.International
Völklinger Straße 4
40219 Düsseldorf
Tel: 0211/710671-0
Fax: 0211/710671-20
E-Mail: alexandra.aulbach(at)nrw-international.de.

Die Publikation kann auch hier heruntergeladen werden. 

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