Reckli GmbH in Herne

Reckli hat sich auf einen Nischenmarkt etabliert. Das Unternehmen aus dem Ruhrgebiet stellt einen flüssigen Kunststoff her und produziert daraus elastische Formen und Matrizen. Solche Strukturmatrizen setzen Architekten und Baufirmen zur Oberflächengestaltung und Formgebung von Sichtbeton ein. RECKLI ist einer der weltweit führenden Anbieter auf diesem Gebiet.

Branche Baugewerbe
Gründungsjahr 1968
Mitarbeiter 100
Internet www.reckli.net

„Ein Gemeinschaftsstand wirkt wie ein Magnet“

Der Hersteller von Kunststoffmatrizen zur Strukturierung von Betonoberflächen findet über den NRW-Gemeinschaftsstand auf der niederländischen Baumesse „Bouwbeurs“ schnell Kontakt zu neuen Kunden.

Auf mehr als 40 Messen weltweit stellt die RECKLI GmbH aus Herne jährlich aus. Seit zehn Jahren ist der Hersteller von Strukturmatrizen aus Kunststoff auch auf der „Bouwbeurs“ vertreten. „In den ersten Jahren hatten wir einen eigenen Stand“, erinnert sich RECKLI-Verkaufsdirektor Peter Henning, „2009 war RECKLI erstmals Mitaussteller auf dem Gemeinschaftsstand von NRW.International.“ Seine Erfahrung: „Attraktive Standgestaltung, hervorragend platziert, viel Beachtung bei den Messebesuchern.“ Ein Neukontakt führte zu einem bedeutsamen Projektauftrag.

Was genau sind Strukturmatrizen, Herr Henning?

Mit unseren Produkten lassen sich Betonoberflächen von Fassaden, Decken oder Wänden während des Aushärtens gestalten – sei es mit geometrischen Formen, Mauerwerk-Strukturen, historischen Elementen oder sogar mit Bildern.

Das Anwendungsgebiet der aus Kunststoff hergestellten Strukturmatrizen reicht von der Denkmalpflege und Restauration wertvoller Bausubstanz über den Schutz von stark beanspruchten Flächen im horizontalen und vertikalen Bereich bis hin zum Formenbau in der Porzellan- und Keramikindustrie. Lärmschutzwände an den Autobahnen beispielsweise haben oftmals eine Rippenstruktur. Die sind mit unseren Formen gemacht.

Wer sind Ihre Kunden?

Zielgruppe für unsere Produkte sind in erster Linie Architekten, Hersteller von Betonfertigteilen sowie vor Ort tätige Baufirmen. Wir verkaufen weltweit und sind jährlich auf etwa 40 Messen vertreten. Unser Exportanteil liegt bei rund 70 Prozent.

Sie sind seit mehr als 40 Jahren im Geschäft und damit in der Branche bestens bekannt. Warum müssen Sie dann überhaupt noch zu Messen gehen?

Der Messeauftritt ist zum einen eine Imagesache. Wir wollen uns der Zielgruppe präsentieren und natürlich auch das Produkt noch bekannter machen. Es gibt immer wieder junge und neue Architekten oder Baufirmen, die uns noch nicht kennen oder keine Erfahrungen mit unserem Produkt gemacht haben.

Nordrhein-Westfalen fördert die Teilnahme von NRW-Firmen an der niederländischen Baufachmesse „Bouwbeurs“. Warum ist die für Sie besonders wichtig?

Wir haben in den einzelnen Ländern eigene Mitarbeiter oder freie Vertretungen. Zum Jahresende diskutieren wir mit denen, wie wir das Produkt in der Region noch weiter promoten und nach vorne bringen können. In den Niederlanden ist die herausragende Baumesse eben die „Bouwbeurs“. Da müssen wir vertreten sein.

Welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

Wir haben bislang sechs Mal an dieser Messe teilgenommen - von 2009 bis 2011 auf dem Gemeinschaftsstand von NRW.International. Die Erfahrungen waren allesamt sehr gut.

Was lief auf einem NRW-Gemeinschaftsstand anders im Vergleich zum eigenständigen Messeauftritt?

Wichtig ist bei jedem Messeauftritt eine gute Standplatzierung. Die Filetstücke in den Hallen sind bereits an die großen Aussteller vergeben. Als kleines Unternehmen bekommt eigentlich nur noch, was übrigbleibt. Ein kleiner Stand wird jedoch viel zu schnell übersehen, selbst wenn man ein attraktives Produkt hat.

Da ist es von Vorteil, ein Zugpferd wie NRW.International an seiner Seite zu haben. Über den NRW-Gemeinschaftsstand ist man in der Halle hervorragend platziert. Jedes darauf vertretene Unternehmen erzielt einen ganz anderen Magneteffekt und kann auch ganz andere Kunden anziehen.

Inwiefern kamen Sie über den Gemeinschaftsstand auch an neue Kunden?

Ausländische Messebesucher schauen nicht nur nach einzelnen Firmen oder nach einzelnen Produkten. Sie wollen sich auch darüber informieren, was es in Deutschland oder in NRW Neues gibt – besonders auch, weil NRW eine Region mit technisch anspruchsvollen Produkten ist. Unternehmen auf diesem Landesstand gewinnen deshalb für den Besucher eine zusätzliche Attraktivität.

Hat sich die Messeteilnahme auch in Ihren Auftragsbüchern niedergeschlagen?

Wir können nur selten nachvollziehen, welcher Auftrag durch eine Messe entstanden ist – das gilt weltweit. Wenn ein Architekt neu auf uns aufmerksam wird, muss er in aller Regel erst ein Projekt finden, in das er unsere Produkte mit hineinnehmen kann. Bis zur Ausführung gehen normalerweise zwei Jahre ins Land.

Auf der „Bouwbeurs“ in 2009 ist jedoch ein Kontakt entstanden, der bereits ein Jahr später in ein für uns sehr interessantes Projekt mündete. Dabei ging es um die Fassadengestaltung eines Wohngebäudes in Spijkenisse, einem Vorort von Rotterdam.

Wie müssen sich nach Ihrer Erfahrung Unternehmen auf einer Messe wie der „Bouwbeurs“ präsentieren, damit sie Erfolg haben?

Wenn ein Besucher mehrere Stunden über die Messe geht, nimmt seine Aufmerksamkeit rapide ab. Firmen sollten deshalb nicht zu viele Informationen in Schriftform an den Wänden anbringen, sondern ihren Stand über schnell und einfach wahrzunehmende Eyecatcher attraktiv gestalten.

Wir stellen beispielsweise sowohl unsere Matrizen aus wie auch fertig gestaltete Betonelemente. Dort gehen die Leute hin, fassen den ganz normalen Beton an und wundern sich über dessen Holz- oder Gewebestruktur. Wir haben gesehen, dass so etwas Handfestes die meisten Besucher gut anspricht.