Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. in Dortmund

ISAS ist ein unabhängiges Forschungsinstitut für physikalisch-chemische Analytik. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte des ISAS sind auf Anwendungen in den Lebens- und Materialwissenschaften ausgerichtet. Das Institut erarbeitet analytische Problemlösungen und entwickelt oder verbessert Messprinzipien und -verfahren, analytische Techniken, Methoden und Geräte.

Forschungsschwerpunkte Bioanalytik, Materialanalytik und Spektroskopie
Gründungsjahr 1952
Mitarbeiter 148
Internet www.isas.de

„Die ideale Einstiegsplattform in den US-Biotech-Markt“ 

Für den Wissenschaftler Albert Sickmann ist eine Teilnahme an der „Bio International Convention“ die beste Gelegenheit, internationale Kontakte im Biotechnologie-Markt zu knüpfen. Er hat dabei beobachtet: Ausstellende Biotechfirmen aus aller Welt kommen auf der Messe auch untereinander schnell ins Geschäft. 

Unternehmen der nordrhein-westfälischen Biotechnologieszene präsentierten sich jährlich auf der „BIO International Convention“. Mittendrin auf dem NRW-Gemeinschaftsstand ist das Dortmunder Forschungsinstitut ISAS. „Wir wollen das, was wir entwickeln, auch in die Wirtschaft transferieren“, sagt Institutsleiter Professor Albert Sickmann, „diese Messe bietet dafür beste Gelegenheiten.“

Wie kommt ein wissenschaftliches Institut aus Dortmund auf eine amerikanische Industriemesse für Biotechnologie, Professor Sickmann? 

Wir sind ja nicht nur wissenschaftlich aktiv, sondern teilweise auch ein unternehmerisches Institut. Eine starke Komponente ist bei uns der Industrietransfer. Wir haben beispielsweise bereits Kooperationen mit Firmen in den Bereichen Materialanalytik und Spektroskopie.

Eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen ist auch im Biotechnologiebereich unser Ziel. Deshalb nehmen wir bereits seit 2009 regelmäßig an der „BIO International Convention“ te

Welche Erfahrungen haben Sie auf der Messe gemacht? 

Dort treffen wir auf die richtigen Leute. Wir sind beispielsweise 2009 in Atlanta mit zwei bis drei Firmen ins Gespräch gekommen, mit denen wir auf Basis unserer Technologien Geräte für die Qualitätskontrolle entwickeln. Das sind sogar europäische Firmen, die ebenfalls mit auf der US-Messe als Aussteller vertreten waren. In den darauf folgenden Jahren haben wir solche Kontakte weiter vertie

Hätten Sie den Kontakt zu Firmen nicht auch über eine Messe in Deutschland bekommen können … 

Der Vorteil einer Messebeteiligung auf der „Bio International Convention“ liegt in ihrer großen Internationalität. Dort sind wirklich alle Firmen weltweit aus der Bio-Szene vertreten.

… und dieses vielleicht sogar noch kostengünstiger?

Von den Kosten her machte es für uns kaum einen Unterschied, ob wir in München ausstellen oder in den USA. Der Stand wurde vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und von einer Agentur fix und fertig aufgebaut. NRW.International ist darauf mit einem speziellen Länderstand vertreten. Das Cluster Bio.NRW hat die ganze Sache organisiert. Besser kann man es nicht haben.

Welche Geschäftschancen sehen Sie für deutsche Biotech-Firmen in den USA?

Ein großes Thema sind weltweit aktuell die sogenannten Biomoleküle. Sie sind beispielsweise auch die Basis für eine neue Generation von Medikamenten, den sogenannten Biologics. Dabei handelt es sich um verschiedenartige gentechnisch hergestellte Eiweißstoffe, die therapeutisch wirksam sind, indem sie die Aktivität natürlich vorkommender Substanzen fördern oder hemmen. Gefragt sind Geräte und Verfahren zur Herstellung und Reinigung von Biomolekülen wie auch deren Vertrieb.

Chancen sehe ich für deutsche Firmen zudem im Bereich Diagnostik zum Beispiel über Proteinchips oder neue Detektionsmethoden.

Wie schafft es ein mittelständisches Unternehmen, Aufmerksamkeit auf einer Weltmesse zu erwecken?

Es gibt auf der Messe sogenannte Partnering Sessions. Wer daran teilnimmt, hat gleich eine große Menge an Kontakten. Viele der kleinen und mittleren Biotech-Firmen, die mit uns auf der Messe ausstellten, berichteten von 30 bis 60 aussichtsreichen Geschäftsanbahnungen.

Außerdem gab es eine große Unterstützung durch die Organisatoren. 2009 fand beispielsweise am Tag vor Messebeginn die vom Land Nordrhein-Westfalen durchgeführte Veranstaltung „Made in NRW“ statt. Dort konnte man bereits relativ viele Kontakte zu Ausstellern knüpfen. Ein Besuch des damaligen nordrhein-westfälischen Forschungsministers auf unserem Gemeinschaftsstand lenkte zusätzlich das Interesse auf die ausstellenden NRW-Firmen und Forschungsinstitute.

In den Jahren 2010 und 2011 organisierte das Cluster BIO.NRW eine Delegationsreise zur Messe, an der viele Aussteller aus Nordrhein-Westfalen teilnahmen. So konnten wir bereits im Vorfeld erste Kontakte knüpfen.

Messetipp „Bio International Convention“

Die weltweit größte Veranstaltung der Biotechnologie-Branche mit rund 1.800 Ausstellern und etwa 17.000 Fachbesuchern findet in den USA an wechselnden Standorten statt. Firmen und Forschungsinstitute aus Nordrhein-Westfalen haben oftmals mehrere Möglichkeiten, von der „Bio International Convention“ zu profitieren: Sie können während einer Unternehmerreise die Messe sowie in den USA ansässige Firmen und Forschungseinrichtungen besuchen. Oder: Sie nehmen selber als Aussteller auf einem Gemeinschaftsstand an der Messe teil. In beiden Fällen werden Kooperationsgespräche mit interessierten Geschäftspartnern organisiert.

http://convention.bio.org/