August Friedberg GmbH in Gelsenkirchen

Friedberg produziert Verbindungs- und Befestigungselemente für Hochtechnologie-Branchen wie Automobil- und Fahrzeugbau, Maschinen- und Anlagenbau, konstruktiven Hochbau sowie für Windkraftanlagen.

Branche Metall verarbeitende Industrie
Gründungsjahr 1884
Mitarbeiter ca. 500 weltweit
Internet www.august-friedberg.com

„Über die Türkei kommen wir jetzt noch stärker in den internationalen Windenergiemarkt“

Der Hersteller von Spezialschrauben nutzt die Energie-Leitmesse Renex in Istanbul, um seine Produkte bei neuen Akteuren im wachsenden Windkraftanlagen-Markt erfolgreich bekannt zu machen. 

Mehr als 20 Jahre lang ist die Gelsenkirchener August Friedberg GmbH bereits in der Türkei aktiv. Dennoch hat Prokurist Martin Jaeger unlängst mit anderen mittelständischen Firmen im Rahmen eines geförderten Kleingruppen-Projekts auf der Energiefachmesse Renex in Istanbul ausgestellt. 

Der Hersteller von Spezialschrauben sieht im boomenden Markt für Windkraftanlagen nämlich auch wachsende Absatzchancen für seine Verbindungselemente. „In der Türkei fertigen viele Stahlverarbeiter Türme für Windräder“, weiß Jaeger, „zu diesen Firmen muss man persönliche Kontakte aufbauen.“

Was verbindet die August Friedberg GmbH mit der Türkei, Herr Jaeger?

Das Land ist ein wichtiger Player im weltweiten Stahlbau. Dort ansässige Firmen sind bei vielen Projekten dabei – vor allem in den ehemaligen russischen Republiken und im Nahen Osten. Deshalb ist die Türkei für uns schon seit vielen Jahren ein wichtiger Markt. Bislang waren wir dort aber nur über eine Kontaktperson in Istanbul präsent. Das Engagement wollen wir jetzt weiter ausbauen.

Was reizt Sie denn jetzt besonders am türkischen Markt?

Wir kommen über die Türkei in den wachstumsstarken Windenergiemarkt. Türkische Hersteller von Stahlrohrtürmen fertigen schon seit vielen Jahren auch für deutsche Firmen Türme für Windkraftanlagen. Wir bieten für die Verbindung der Turmelemente spezielle hochfeste vorspannbare HV-Schrauben an. Türkische Stahlbauer sind deshalb für uns interessante Geschäftspartner.

Sie haben unlängst in Istanbul auf der Energiefachmesse Renex ausgestellt. Wie kommt man dahin? 

Wir sind als sogenannte Kleingruppe auf einem NRW-Gemeinschaftsstand aufgetreten. Dafür gibt es in Nordrhein-Westfalen ein spezielles Förderprogramm. Unsere Gruppe bestand aus etwa zehn Unternehmen der unterschiedlichsten Branchen – von Fotovoltaik bis hin zur Spedition. Dazwischen standen wir als Spezialist für Verbindungselemente. Organisiert hat den Messeauftritt die EnergieAgentur.NRW.

Wie teuer war Ihr Messeauftritt? 

Für Standgebühren, Hotelaufenthalt und Reisekosten haben wir knapp 10.000 Euro ausgegeben. Über die vom Land Nordrhein-Westfalen gewährte Kleingruppenförderung bekamen wir 3.000 Euro zurück, sodass uns der Messeauftritt gerade einmal 7.000 Euro gekostet hat. Ein selbst organisierter Messeauftritt wäre mindestens doppelt so teuer geworden.

Sie hatten doch schon Kontakte in die Türkei. Warum dann noch an einer Messe teilnehmen? 

Wir wollen erstens unseren Namen und unser Produkt im Markt noch bekannter machen. Es entstehen derzeit viele neue Firmen in dem für uns interessanten Geschäftsbereich. Auch zu ihnen wollten wir Kontakte aufbauen.

Zweitens diente die Teilnahme an der Messe der Netzwerkpflege in der Türkei. Unsere Klientel erwartet, dass wir auf den für sie wichtigen Veranstaltungen Flagge zeigen und als Ansprechpartner vor Ort vertreten sind.

Hat Ihnen der Messeauftritt schon etwas gebracht? 

Wir haben viele neue Kontakte geknüpft – so zu türkischen Mitausstellern auf der Messe und bei einem gleichzeitig stattfindenden Symposium zu maßgeblichen Leuten aus der Branche. Diese Vorarbeit ermöglicht es uns, jetzt schnell von einem neuen türkischen Energie-Förderprogramm zu profitieren.

Worum geht es bei diesem türkischen Förderprogramm? 

Anfang 2011 hat die türkische Regierung ein schon lange in Aussicht gestelltes Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschiedet. Wie in Deutschland erhalten dort jetzt auch Einspeiser von Elektrizität aus regenerativen Energien – also Windkraft, Wasserkraft, Geothermie, Biomasse und Sonnenenergie - von den regionalen Stromversorgern eine feste Vergütung pro Kilowattstunde. Damit wird der Markt für Windkraftanlagen in der Türkei rapide anwachsen.

Wie kommen Sie an die Aufträge?

Die Ausführung von Windkraftparks werden auf mehrere Firmen aufgeteilt. Es gibt beispielsweise Pläne deutscher Windkraftanlagenbauer zu Joint Ventures mit türkischen Firmen. Die kaufen dann wiederum unsere Verbindungselemente.

Wie etabliert man sich am besten im türkischen Markt?

Für den nachhaltigen Erfolg ist die Zusammenarbeit mit einem verlässlichen Partner vor Ort wichtig. Firmen sollten sich viel Zeit nehmen, den zu ihnen passenden Agenten zu finden.

Kann man das auch von Deutschland aus in die Wege leiten?

Das Netzwerk spielt in der Türkei ein große Rolle. Ein Versuch, den türkischen Markt von Deutschland aus aufzurollen, ist zum Scheitern verurteilt.

Messetipp Renex

Die Renex ist die Leitmesse für Erneuerbare Energien in der Türkei. Die nächste Messe findet im November 2012 in Istanbul statt. Eine Teilnahme lohnt sich für Unternehmen in den Bereichen Solar, Wind, Geothermie, Heizpumpen, Kraftwärme-Kopplung. Mittelständische Firmen aus Nordrhein-Westfalen können dort auf einem von NRW.International geförderten Gemeinschaftsstand ausstellen.

www.renex-expo.com